Rotkehlchen oder Amsel: Welcher Vogel braucht im März welches Futter laut NABU

Rotkehlchen oder Amsel: Welcher Vogel braucht im März welches Futter laut NABU

Der März markiert eine entscheidende Phase für heimische Vögel, die nach einem langen Winter neue Energie für die bevorstehende Brutzeit benötigen. Während die Temperaturen langsam steigen, bleiben natürliche Nahrungsquellen oft noch knapp. Der Naturschutzbund Deutschland gibt konkrete Empfehlungen, welche Futterarten verschiedene Vogelarten in dieser Übergangszeit benötigen, um optimal versorgt zu sein.

Einführung in die Ernährungsbedürfnisse der Vögel im März

Warum die Fütterung im Frühjahr besonders wichtig ist

Die Monate Februar und März stellen für viele Singvögel eine kritische Phase dar. Während die Wintervorräte aufgebraucht sind, haben sich die natürlichen Nahrungsquellen noch nicht vollständig regeneriert. Insekten sind bei kühleren Temperaturen kaum aktiv, und viele Beeren wurden bereits im Winter verzehrt. Gleichzeitig beginnen die Vögel mit der energieintensiven Vorbereitung auf die Brutzeit.

Unterschiedliche Bedürfnisse verschiedener Arten

Nicht alle Vogelarten haben identische Ernährungsansprüche. Experten unterscheiden grundsätzlich zwischen:

  • Weichfutterfressern wie Rotkehlchen, Amseln und Zaunkönigen
  • Körnerfressern wie Finken, Spatzen und Ammern
  • Allesfressern wie Meisen und Kleiber

Diese Kategorisierung hilft dabei, das Futterangebot gezielt auf die Bedürfnisse der jeweiligen Arten abzustimmen und eine optimale Versorgung zu gewährleisten.

Der energetische Bedarf im Überblick

VogelartTäglicher EnergiebedarfBevorzugte Nahrung
Rotkehlchenca. 10-12 kcalInsekten, Weichfutter
Amselca. 50-60 kcalBeeren, Würmer, Weichfutter
Kohlmeiseca. 15-18 kcalSamen, Nüsse, Insekten

Die richtige Futterwahl trägt maßgeblich dazu bei, dass die gefiederten Gartenbewohner gestärkt in die Brutzeit starten können.

Spezielles Futter für Rotkehlchen: was empfiehlt der NABU ?

Natürliche Ernährungsgewohnheiten des Rotkehlchens

Das Rotkehlchen zählt zu den Weichfutterfressern und ernährt sich in der Natur hauptsächlich von Insekten, Spinnen und anderen Kleintieren. Im März, wenn die Insektenpopulation noch gering ist, benötigt dieser beliebte Gartenvogel Unterstützung durch geeignetes Ersatzfutter. Der NABU betont, dass herkömmliches Körnerfutter für diese Art ungeeignet ist, da ihr Schnabel nicht für das Knacken von Samen ausgelegt ist.

Empfohlene Futtersorten

Für Rotkehlchen eignen sich besonders:

  • Haferflocken, idealerweise fein gemahlen
  • Weizenkleie als energiereiche Ergänzung
  • Rosinen und getrocknete Beeren, vorher in Wasser eingeweicht
  • Spezielles Weichfutter aus dem Fachhandel
  • Mehlwürmer, lebend oder getrocknet
  • Fettfutter-Mischungen mit feinen Bestandteilen

Die richtige Fütterungsmethode

Rotkehlchen bevorzugen die Nahrungsaufnahme am Boden. Klassische Vogelhäuschen werden von ihnen selten angenommen. Der NABU empfiehlt stattdessen Bodenfutterstellen an geschützten Plätzen unter Sträuchern oder die Verwendung spezieller Futtertische mit niedrigen Rändern. Wichtig ist dabei die regelmäßige Reinigung, um Krankheitsübertragungen zu vermeiden. Eine kleine Wasserstelle in unmittelbarer Nähe wird gerne angenommen.

Während Rotkehlchen eher zurückhaltende Einzelgänger sind, zeigen Amseln ein deutlich anderes Fressverhalten.

Den Amseln helfen: NABU-Ratschläge für eine angepasste Ernährung

Ernährungsverhalten der Amsel im Frühjahr

Die Amsel gehört ebenfalls zu den Weichfutterfressern, zeigt jedoch eine größere Flexibilität bei der Nahrungswahl. Im März suchen diese Vögel intensiv nach Regenwürmern, die bei feuchter Witterung an die Oberfläche kommen. Bei Trockenheit oder Frost wird diese natürliche Nahrungsquelle jedoch knapp. Der NABU weist darauf hin, dass Amseln in dieser Zeit besonders auf Zufütterung angewiesen sind.

Geeignete Futtermittel für Amseln

Für die erfolgreiche Fütterung von Amseln empfehlen sich:

  • Äpfel, halbiert oder in Stücke geschnitten
  • Birnen und anderes weiches Obst
  • Rosinen, vorher gewässert
  • Getrocknete Beeren wie Holunder oder Eberesche
  • Haferflocken, auch als Mischung mit Obst
  • Mehlwürmer in größeren Mengen

Standortwahl für Amselfutterstellen

Amseln bevorzugen erhöhte Futterstellen mit guter Rundumsicht, nehmen aber auch Bodenfütterungen an. Der NABU empfiehlt Futtertische in etwa einem Meter Höhe, die einen schnellen Fluchtweg ermöglichen. Die Nähe zu Hecken oder Sträuchern bietet zusätzlichen Schutz vor Raubvögeln. Da Amseln territorial sind, sollten mehrere Futterstellen im Garten verteilt werden, um Konflikte zu vermeiden.

Die erfolgreiche Fütterung hängt jedoch nicht nur von der Futterauswahl ab, sondern auch von den aktuellen Wetterbedingungen.

Wie man die Fütterung an die klimatischen Bedingungen anpasst

Fütterung bei Frost und Schnee

Bei Minustemperaturen steigt der Energiebedarf der Vögel deutlich an. Der NABU empfiehlt in solchen Phasen eine Erhöhung der Futtermenge um etwa 30 bis 40 Prozent. Besonders energiereiches Futter wie Fettfutter-Mischungen und Nüsse sollten dann verstärkt angeboten werden. Wichtig ist auch, dass das Wasser in Vogeltränken nicht gefriert. Spezielle beheizte Tränken oder der mehrmalige tägliche Austausch des Wassers schaffen hier Abhilfe.

Anpassungen bei mildem Wetter

An wärmeren Märztagen mit Temperaturen über 10 Grad Celsius können Vögel bereits vermehrt natürliche Nahrung finden. Die Fütterung sollte dann reduziert, aber nicht vollständig eingestellt werden. Folgende Anpassungen sind sinnvoll:

  • Reduzierung der Futtermenge um etwa die Hälfte
  • Verzicht auf besonders fetthaltige Mischungen
  • Verstärktes Angebot von Obst und Beeren
  • Bereitstellung von frischem Wasser zum Trinken und Baden

Fütterungsrhythmus im Tagesverlauf

Die Hauptfütterungszeiten sollten sich an den natürlichen Aktivitätsphasen der Vögel orientieren. Experten empfehlen eine Füllung der Futterstellen am frühen Morgen sowie am späten Nachmittag. Nachts benötigen Vögel Energie für die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur, weshalb eine abendliche Fütterung besonders wichtig ist. Bei der Menge gilt: lieber häufiger kleine Portionen als große Mengen, die verderben könnten.

Nicht alle gut gemeinten Futtergaben sind jedoch für die gefiederten Besucher geeignet.

Welche Nahrungsmittel sollten vermieden werden, um die Vögel zu schützen

Gesalzene und gewürzte Lebensmittel

Der NABU warnt eindringlich vor der Verfütterung von gesalzenen Produkten. Salz kann bei Vögeln zu schweren Nierenschäden führen und ist in größeren Mengen tödlich. Auch gewürzte Speisereste haben im Vogelfutter nichts zu suchen. Folgende Lebensmittel sind tabu:

  • Gesalzene Erdnüsse oder andere Nüsse
  • Chips und salzige Snacks
  • Gewürztes Brot oder Brötchen
  • Speck und andere gepökelte Fleischwaren

Schimmelgefahr und verdorbene Nahrung

Verschimmeltes oder verdorbenes Futter stellt eine erhebliche Gesundheitsgefahr für Vögel dar. Schimmelpilze produzieren Toxine, die bei den Tieren zu Vergiftungen führen können. Besonders anfällig für Schimmelbildung sind feuchte Haferflocken und Brot. Der NABU empfiehlt daher, nur so viel Futter anzubieten, wie innerhalb von ein bis zwei Tagen verzehrt wird. Futterstellen sollten regelmäßig auf Schimmel kontrolliert und bei Bedarf gründlich gereinigt werden.

Problematische Brotreste

Obwohl Brot traditionell häufig an Vögel verfüttert wird, raten Experten davon ab. Brot quillt im Magen auf, enthält wenig Nährstoffe und kann bei Vögeln zu Verdauungsproblemen führen. Besonders problematisch ist frisches Weißbrot. Wenn überhaupt, sollten nur kleine Mengen altbackenes Vollkornbrot ohne Salz angeboten werden. Deutlich besser geeignet sind speziell für Vögel entwickelte Futtermischungen.

LebensmittelBewertungGrund
Gesalzene NüsseGefährlichNierenschäden
Frisches BrotUngeeignetQuillt auf, nährstoffarm
MilchprodukteUngeeignetLaktoseintoleranz
AvocadoGiftigEnthält Persin

Die Unterstützung der heimischen Vogelwelt geht jedoch über die reine Fütterung hinaus.

Die entscheidende Rolle der Bürger bei der Erhaltung der Arten im März

Naturnahe Gartengestaltung als Lebensraum

Der NABU betont, dass die langfristige Unterstützung der Vogelwelt über die Winterfütterung hinausgehen muss. Eine naturnahe Gartengestaltung bietet Vögeln ganzjährig Nahrung und Lebensraum. Heimische Sträucher wie Schlehe, Weißdorn oder Holunder liefern Beeren, während einheimische Stauden Insekten anziehen. Der Verzicht auf Pestizide schützt die Nahrungsgrundlage insektenfressender Arten.

Nisthilfen rechtzeitig anbringen

Der März ist der ideale Zeitpunkt, um Nistkästen zu installieren oder zu reinigen. Viele Vogelarten beginnen bereits mit der Reviersuche und Partnerwahl. Wichtige Aspekte bei Nisthilfen:

  • Ausrichtung des Einfluglochs nach Osten oder Südosten
  • Anbringung in mindestens zwei Metern Höhe
  • Schutz vor Katzen und Mardern
  • Reinigung alter Nester aus dem Vorjahr
  • Verschiedene Lochgrößen für unterschiedliche Arten

Beobachtung und Meldung von Vogelvorkommen

Bürger können durch die Teilnahme an Zählaktionen wertvolle Daten für den Naturschutz liefern. Der NABU organisiert regelmäßig Vogelzählungen, bei denen Freiwillige die Arten und Anzahlen in ihren Gärten erfassen. Diese Daten helfen Wissenschaftlern, Bestandsentwicklungen zu verfolgen und Schutzmaßnahmen anzupassen. Auch die Meldung seltener Arten oder auffälliger Verhaltensweisen trägt zur Forschung bei.

Die fachgerechte Fütterung von Rotkehlchen und Amseln im März erfordert artspezifisches Wissen über Nahrungspräferenzen und Fressverhalten. Während Rotkehlchen feine Weichfuttermischungen und Mehlwürmer bevorzugen, nehmen Amseln gerne Obst und Beeren an. Die Anpassung der Fütterung an klimatische Bedingungen sowie der Verzicht auf schädliche Lebensmittel wie Salz und Brot schützen die Gesundheit der Tiere. Über die reine Fütterung hinaus tragen naturnahe Gärten und Nisthilfen zur langfristigen Arterhaltung bei.

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